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14. September 2008, 18:41 - Mein WAR-Review der open Beta
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TheFish
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Warhammer Online: Age of Reckoning

Mein Start in die chaotische open Beta von WAR

Es lief wahrlich nicht alles perfekt. Angefangen hat es damit, dass man sich erst am Tag des Beta-Starts ein Konto anlegen konnte. Völlig überlastet konnte der Server den anstürmenden Spielern nicht standhalten und die Registrierung wurde zur Qual. Es dauerte gut und gerne mal eine Stunde bis man sein Konto erstellte hatte, viele enttäuschte Spieler gaben es ganz auf. Glücklicherweise gelang mir die Anmeldung und "schon" nach 3 Stunden trudelte die Aktivierungsmail bei mir ein. Erfreut wollte ich mich einloggen und meinen Beta-Key aktivieren lassen. Leider war das Anmelden auf war-europe.de zu dem Zeitpunkt nicht möglich. Die Entwickler schienen es nicht in den Griff zu bekommen und veröffentlichten daher eine neue Seite, wo man einfach seine Account-Daten und den Beta-Key eingeben konnte. Schnell war das Formular ausgefüllt, doch über einen Tag wartete ich auf die ersehnte E-Mail bzw. den Zugang zum Spiel. Erst mittwochmorgens, um 3 Uhr als ich erneut das Formular ausgefüllt hatte, bekam ich binnen Sekunden Zugang zum Spiel. Schlappe zweieinhalb Tage später als geplant. Die Bestätigungsmail kam bis heute nicht.

Nach der nervenaufreibenden Wartezeit konnte das Zocken also jetzt beginnen. Da ich gelesen hatte, dass die Mehrheit wohl für das Chaos in die Schlacht ziehen wolle, entschied ich mich für die Armeen der Ordnung. Zur Auswahl standen Zwerge, Hochelfen und das Imperium(Menschen). Auf der Gegenseite sind es Grünhäute, Dunkelelfen und das Chaos.
Spontan entschied ich mich für einen Zwerg, genauer, für einen Maschinisten, dem Fernkämpfer der Zwerge. Wie gewöhnlich kann man seinen Charakter individualisieren, die Optionen sind allerdings recht begrenzt. Natürlich muss man dem Charakter auch einen Namen geben, den man gar nicht so frei entscheiden darf. Lediglich Buchstaben von a-z sind erlaubt, der erste Buchstabe wird groß geschrieben. Leerzeichen oder Zahlen sind nicht erlaubt. Vermutlich wollen die Entwickler damit mehr Atmosphäre ins Spiel bringen und Namen wie Killer1337 vermeiden. Trotzig nannte ich mich, in meinem begnadeten Einfallsreichtum, "Thefish".

Nur mit einer Flinte, sowie einem Schraubenschlüssel als Nahkampfwaffe bewaffnet, startet man das Spiel in einer Zwergenstadt, die, wie könnte es auch anders sein, von Grünhäuten belagert wird. Grünhäute bekriegen sich in Warhammer Online mit den Zwergen, genauso wie das Imperium mit dem Chaos und die Hochelfen mit den Dunkelelfen, aber dazu später mehr. Schnell bekommt man die ersten Quests und viele hilfreiche Tips dazu. Die Steuerung ist in kürzester Zeit erlernt und schon nach wenigen Minuten rollen die ersten Grünhautschädel. Das Spiel zog mich sofort in seinen Bann.


Das Spiel

Warhammer Online ist ein MMORPG, in dem es besonders um eines geht, Krieg. Genau das soll Warhammer von zum Beispiel World of Warcraft unterscheiden. Kern des Spiels ist das Kämpfen von Gut gegen Böse, von Ordnung gegen Chaos, von Zwergen gegen Grünhäute, Imperium gegen Chaos und Hochelfen gegen Dunkelelfen. Natürlich kann man aber auch als Zwerg gegen die Dunkelelfen kämpfen und damit seinen Verbündeten helfen.

Jede Rasse in WAR beherbergt 3-4 verschiedene Klassen, einen oder zwei Nahkämpfer, einen Fernkämpfer und einen Magier. Jede Klasse bietet jedoch noch weitere Spezialisierungsmöglichkeiten, so kann man als Zwergenmaschinist(Fernkämpfer) zwischen dem Pfad des Schützen, des Grenadiers und des Tüftlers wählen. Jede dieser "Meisterschaften" birgt eigene Vorteile und eine andere Spielweise. Als Magier kann man sich zum Beispiel sowohl aufs Heilen als auch aufs Schaden machen konzentrieren. Dies führt zu vielen Varianten, eine Klasse spielen zu können und eventuell sind auch Hybridklassen mit mehreren Meisterschaften gut möglich. Dies konnte ich in der kurzen Beta leider nicht austesten.




Die Meisterschaften kann man ab Level 11 bei einem so genannten Karriereausbilder erlernen bzw. verbessern. Bei jenen kauft man sich auch alle Skills, die man haben will und für die man schon das entsprechende Level hat. Neben den Fähigkeiten und Meisterschaften kann man seinen Charakter allerdings nicht weiter verändern. Die Attribute steigen mit dem Level von selbst.

Neben normalen Skills gibt es außerdem noch „Moralfähigkeiten“, die man ebenfalls beim Karriereausbilder erhält. Im laufe eines Kampfes steigt deine Moral immer weiter an. Wenn sie einen bestimmten Punkt erreicht, so kannst du eine Moralfähigkeit einsetzen, die meist sehr stark sind.

Jetzt aber zur Story des Spiels. Es geht natürlich um den Kampf gegen den jeweiligen Kontrahenten. Eine spannende Hauptstory habe ich allerdings nicht gefunden. Wie auch immer, die Geschichte ist dabei jedenfalls in viele Kapitel aufgeteilt. Diese sollen den Fortschritt signalisieren und jedes Kapitel hat auch sein eigenes Gebiet auf der Weltkarte. Dies ist daher wichtig, da es für jedes Gebiet/Kapitel einen Einflussbalken gibt. Wenn man diesen füllt, durch so genannte öffentliche Quests, so kann man sich Belohnungen verdienen, zum Beispiel Tränke und neue Ausrüstung. In diesen öffentlichen Quests, an denen jeder in einem bestimmten Umkreis teilnimmt, muss man meistens eine bestimmte Anzahl an Monstern erledigen oder xx Gegenstände finden. Diese Quests finde ich sehr gut, da sich an diesen Orten meistens einige Spieler finden lassen, mit denen man zusammen spielen kann. Leider wurden die Gebiete, je weiter man in der Geschichte kam, immer leerer. Es gab einfach noch nicht genug Spieler in der Beta, die soweit gespielt haben.



Die „normalen“ Quests sind leider wenig abwechslungsreich. Es läuft meistens auf töte xy Gegner, finde xy Sachen, erkunde xy oder laufe zur Person xy. Damit kennt man ungefähr 95% der Quests. „Lästige“ Sucharbeit gibt es dabei aber nicht, denn (fast) alle Quests sind auf der Karte makiert. Abwechslung bieten nur wenige Quests, wie zum Beispiel einer am Anfang der Zwergenstory. Dabei muss man 15 Grünhäute mit einer Kanone abschießen. Dies ist eine willkommene Abwechslung, doch leider viel zu selten. Diese Kanonen kann man übrigens an vielen Stellen des Spiels auch ohne Quest betätigen. Eine Situation, wo sie hilfreich gewesen wären, ergab sich mir in der Beta leider nicht, trotzdem finde ich es schon cool.

Reich gegen Reich (RvR)



Das Herzstück von WAR. Prinzipiell gibt es 2 Möglichkeiten am RvR teilzunehmen.
Erstens sind da die Szenarien. Von überall aus der Welt kann man sich für ein solches Szenario anmelden und hat meist keine lange Wartezeit, bis man zum Schlachtfeld teleportiert wird. Was man hier machen muss, ist einfach. Feindliche Spieler kloppen und Flaggen einnehmen (so wie im Conquest-Modus in BF). Das bringt Siegpunkt und die Partei, die zu erst 500 Siegpunkte erreicht oder nach Ablauf von 15 Minuten mehr Punkte hat, gewinnt. Diese Kämpfe sind schnell, actionreich und machen wahnsinnig viel Spaß.



Zweitens gibt es bestimmte RvR-Gebiete, wo sich die Reiche frei bekriegen können. In diesen Gebieten gibt es auch, wie in den Szenarien, mehrere Flagpunkte und später auch Burgen, die man einnehmen und verteidigen kann. Diese werden von NPCs der kontrollierenden Macht beschützt und besonders die Burgen sind nicht ohne eine große Gruppe einzunehmen, da die gegnerischen Spieler diese auch verteidigen. Angreifer und Verteidiger können dazu, auf bestimmten Punkten, Belagerungsmaschinen errichten. Auch das Burgtor will erstmal mit einem Rammbock geöffnet werden.
Für das RvR bekommt man neben Erfahrung noch Rufpunkte. Wenn man eine gewisse Anzahl erreicht hat, dann steigt man im Rufrang auf. In den Kriegslagern und Burgen gibt es spezielle Rufhändler, die dir je nach Rufrang sehr gute Items verkaufen können.
Sinn vom RvR ist, die Kontrolle über ein Gebiet zu erlangen. Wenn eine Partei immer mehr gewinnt, dann kann sie am Ende sogar die gegnerische Hauptstadt angreifen und einnehmen. Hier soll es die besten Items geben.


Erwähnenswertes



Einmal wäre da der "Wälzer des Wissens". Immer wenn du ein neues Monster besiegst, ein neues Gebiet entdeckst, einen neuen Titel bekommst oder ein neues Kapitel erreichst, es wird alles in diesem Buch gespeichert. Es gibt übrigens enorm viele Titel/Errungenschaften in WAR zu erreichen, wer hier alles erreichen will, ist auf jeden Fall eine Ewigkeit beschäftigt. Beispiele für Titel: xx Punkte an Einfluss erreicht, oder xx Schwarze Orks getötet, oder xx kritische Treffer ausgeführt.
Die Grafik von WAR ist im allgemeinen ganz gut und hat mir eigentlich gut gefallen. Lediglich manche Bodentexturen kommen etwas schwammig rüber.
Was mir in der Beta noch negativ aufgefallen ist, ist die noch recht unfertige deutsche Übersetzung. Skills, Quests und Monsternamen sind teilweise noch in Englisch. Hier gibt es noch einiges an Nachbesserungsbedarf.
Die noch asynchrone Schießen-Schaden-Sound-"Verwaltung" führte oft dazu, dass man nicht wusste, ob der Skill jetzt schon gewirkt wurde oder nicht. Oft sind Monster auch erst nur stehen geblieben und dann waren sie plötzlich 1 Meter vor einem.


Fazit

Warhammer Online ist ein Spiel, das vor allem im RvR einen wahnsinnigen Suchtfaktor hat. Es macht tierisch Spaß mit 30 Leuten eine Burg zu attackieren oder eben jene zu verteidigen. Schwächen sehe ich eindeutig im PvE, was mit zunehmender Zeit schnell langweilig und eintönig wird. Hier spornen nur die Errungenschaften und der "unbedingt weiterkommen Wille" an. Schwächen hin oder her, ich konnte kaum aufhören die Beta zu spielen.

Bilder & Bugs